Digitale Abwehrstrategien für die Zivilgesellschaft: Das Forum Digital Tools4Democracy
Bericht von medianet.at widmet sich das Lernforum „Digital Tools4Democracy" am 18. und 19.

September 2026 an der Wirtschaftsuniversität Wien der Frage, welche digitalen Werkzeuge zivilgesellschaftliche Organisationen gegen Desinformation und digitale Angriffe einsetzen können. Veranstalter ist die Plattform proeuropeanvalues.at.
Struktur des Forums
Sechs konkrete Risikofaktoren stehen im Mittelpunkt: Hassrede, Cybergewalt, Desinformation, koordinierte Bot-Netzwerke, Leaks und digitale Sabotage. Diese Phänomene können laut den Veranstaltern das Vertrauen in Institutionen und demokratische Prozesse untergraben. Zielgruppe sind ehrenamtlich arbeitende Organisationen, Journalistinnen und Journalisten aus Minderheiten-Communities, Initiativen aus den Bereichen Frauenrechte, Gendergerechtigkeit, Menschenwürde und Menschenrechte sowie Content Creator aus ländlichen Regionen. Geplant sind interaktive Workshops und Präsentationen mit Digitalexperten und Lösungsanbietern.
Strukturelle Einordnung
Die in Wien benannten Bedrohungen beschränken sich nicht auf Österreich. Koordinierte Desinformation, Bot-Netzwerke und digitale Sabotage treten in demokratischen Strukturen in Polen und Deutschland mit vergleichbarer Intensität auf. Für Organisationen in beiden Ländern stellt sich die operative Frage, ob das Wiener Format ein rein regionaler Erfahrungsaustausch bleibt oder ob die vorgestellten Werkzeuge grenzüberschreitend nutzbar sind. Der explizite Fokus auf Minderheiten-Communities und ländliche Initiativen deutet darauf hin, dass die Veranstalter einen Bedarf adressieren, der über den städtischen Ballungsraum hinausreicht – ein Umstand, der für Akteure im deutsch-polnischen Grenzraum unmittelbar relevant ist.
Konkrete Handlungsschritte und offene Fragen
Interessierte aus dem deutsch-polnischen Raum können sich über proeuropeanvalues.at anmelden. Das Forum läuft am Freitag, 18. September, von 14 bis 19 Uhr und am Samstag, 19. September, von 9 bis 17 Uhr im EA-Gebäude am WU Campus, Welthandelsplatz 1, 1020 Wien. Angesichts der Ausrichtung auf Minderheiten-Communities und ländliche Initiativen dürfte das Format insbesondere für kleinere Organisationen relevant sein, die bisher keinen strukturierten Zugang zu professioneller Digitalberatung hatten. Der Erfolg wird sich daran messen lassen, ob aus den Workshops standardisierte Werkzeuge hervorgehen, die auch außerhalb Wens eingesetzt werden können – und ob die Veranstalter über die Veranstaltung hinaus ein Netzwerk aufbauen, das den Transfer in andere mitteleuropäische Hauptstädte trägt.