EAM Jaishankar to visit Ukraine, Poland from Sept 3-5; war diplomacy, bilateral ties on agenda
Nach Meldung der Times of India startet Indiens Außenminister S. Jaishankar am 3. September eine dreitägige Reise nach Kiew und Warschau, auf deren Agenda Kriegsdiplomatie und bilaterale Beziehungen stehen.

Der Termin fällt in eine Phase, in der sich das polnisch-ukrainische Verhältnis nach Monaten erhöhter Reibung wieder stabilisiert. Das Kalkül hinter der Reise ist deshalb mehr als ein bloßer Höflichkeitsbesuch.
Warschau und Kiew: Deeskalation mit Vorbehalten
Das ukrainische Außenministerium bewertet die bilateralen Beziehungen zu Polen als Wende. Pressesprecher Heorhii Tykhyi erklärte laut RBC-Ukraine in einem Briefing, dass die Zahl der Übergriffe auf Ukrainer in Polen steigt – die polnische Polizei jedoch angemessen reagiere. Außenminister Andrii Sybiha habe das Thema bereits Anfang des Jahres und Ende des Vorjahres gegenüber seinem polnischen Amtskollegen Radosław Sikorski angesprochen und um eine adäquate Reaktion gebeten. Tykhyi zufolge nützen die Spannungen nur den Akteuren, die in Moskau sitzen. Über Botschaft und Konsulate unterhalte die Ukraine eine systematische Zusammenarbeit mit den polnischen Strafverfolgungsbehörden.
Indiens Kalkül
Defence24 ordnet den Besuch als Teil einer schrittweisen Annäherung Neu-Delhis an Warschau ein. Im Hintergrund verfolgt Indien eine vermittelnde Rolle im Ukraine-Krieg und benötigt verlässliche Partner innerhalb der EU. Polen seinerseits baut seine Funktion als logistisches Drehkreuz für ukrainische Hilfslieferungen aus. Beide Seiten treffen sich in einem Interessenfeld, das die klassische Kriegsdiplomatie übersteigt – Rüstungskooperation, Handelsabkommen und Energiefragen rücken auf die Tagesordnung.
Was bleibt zu beobachten
Drei Parameter bestimmen die Tragweite des Besuchs. Erstens: Ob Jaishankar konkrete Wirtschafts- oder Rüstungsabkommen mit Warschau verkündet – Defence24 deutet eine solche Richtung an. Zweitens: Wie sich Indien öffentlich zur Frage des Sondertribunals gegen Russland positioniert, das die Ukraine laut RBC-Ukraine in die praktische Phase überführen will. Drittens: Ob die politische Rhetorik in Polen, die Tykhyi als eine Mitursache der Übergriffe benennt, vor den nächsten Wahlkämpfen zurückgefahren wird. Die strukturellen Reibungsflächen zwischen Warschau und Kiew bleiben bestehen – auch wenn die akute Krise nach Einschätzung Kiews abgeklungen ist.